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MM-Artikel: "Neues Kinderhaus im Sommer fertig"

Am heutigen Freitag gehen die Briefe 'raus: Damit erteilt der katholische Kindergarten Edith Stein Wallstadt die Zusagen für die Mädchen und Jungen, die ab September das seit Sommer 2016 im Bau befindliche neue Kinderhaus besuchen dürfen. Dass der ehrgeizige Terminplan zu halten sein wird, daran lassen Thomas Dietrich, der Bauausschussvorsitzende und Kindergartenbeauftragte der Kirchengemeinde Christkönig, sowie Kindergartenleiterin Diana Nicolaus keinen Zweifel.

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"Ein wichtiger Meilenstein ist jetzt geschafft", freut sich Dietrich. Der Neubau ist dicht - umgangssprachlich gesagt. Offiziell hat er den sogenannten "Blower Door Test", sprich die Luftdichtigkeitsmessung, bestanden. Der Test soll belegen, dass die nach der Energieeinsparverordnung vorgesehenen Grenzwerte erreicht werden. "Wir haben sie sogar unterschritten und ganz hervorragende Werte erzielt", wie Dietrich zufrieden hervorhebt.

Das auf dem früheren städtischen Bolzplatz zwischen Trompetergasse und Römerstraße im Schatten des Kirchturms von Christkönig in Massiv- und Holzbauweise erstellte zweistöckige Hybridgebäude wurde dazu von einem unabhängigen, externen Ingenieurbüro unter Unterdruck gesetzt. Zulässig wäre, so erläutert Dietrich, dass sich die Luftmenge in dem geschlossenen Haus pro Stunde um das eineinhalbfache austauscht - erzielt wurde das 0,45-fache. "Das sind sehr gute Werte, unterhalb Passivhaus-Standard", erläutert Dietrich.

Gut im Zeitplan

"Wir müssen also gezielt Fenster öffnen und lüften", schließt Diana Nicolaus daraus. Generell profitiere man von einem sehr guten, angenehmen Raumklima und niedrigen Heizkosten. Geheizt wird ohnehin umweltfreundlich über eine Wärmepumpe, welche die nötige Wärme aus der Umgebungsluft abzieht.

Die Rohre der Fußbodenheizung sind bereits verlegt, gerade laufen die Arbeiten der Sanitär- und der Elektrofirmen. "Wir haben weitgehend Handwerker aus der Region", wie Dietrich betont. Das von Architekt Stephan Seidel geplante, 1250 Quadratmeter Nutzfläche bietende Kinderhaus sei gut im Zeitplan, sagt Thomas Dietrich: "Manches geht langsamer, manches schneller, aber insgesamt sind wir guter Dinge".

Es wird selbst gekocht

Der Kindergartenbeauftragte der Kirchengemeinde formuliert sogar als Ziel, dass der Neubau bereits im August fertig ist. Dann könnten, so hofft er, die jetzigen Gruppen und Erzieher bereits vor den Sommerferien umziehen. "Das ist gerade unser optimistischer Plan", bekräftigt er.

Nach den Ferien geht es offiziell am 11. September für die Kinder los. Leiterin Diana Nicolaus und ihr - künftig deutlich größeres - Team wollen etwas früher anfangen, um alles einzurichten. Auf der Bildungsmesse "Didacta" in Stuttgart hat sie sich gerade nach Möbeln und Einrichtungsgegenständen umgeschaut - auch, um Messerabatte auszunutzen. Derzeit führt sie erste Einstellungsgespräche, kommen zu momentan neun Fachkräften doch mindestens sechs (ja nach Teilzeit-Regelungen) hinzu. Nicolaus ist zufrieden: "Wir haben viele Bewerber, die einen guten Eindruck machen."

Schon komplett ist das Küchen-Team - denn im neuen Wallstadter Kinderhaus soll selbst gekocht werden, stets frisch und gesund. "Das war unser Ziel", betont Dietrich. Dazu sei die Gemeinde auch bereit gewesen, die höheren Investitionen einer komplett eingerichteten Küche zu tragen. Hinzu kommt eine eigene Kinderküche, "damit die unter Anleitung auch mal selbst Plätzchen backen können", wie Dietrich sagt. Ein eigener Essensraum sowie das großzügig gestaltete Elterncafé gehen ebenso über die Standards der Stadt hinaus, und in einem speziellen "Matschraum" - gekachelt und mit Wasseranschluss - haben die Kinder sicher viel Spaß.

Ob im Erdgeschoss für die Krippe oder im ersten Stock für die Kindergartenkinder - überall sind die Gruppenräume nach Südosten zum Garten und zur Sonne hin, Sanitär-, Funktions- und Schlafräume nach Nordwesten zu den Nachbarhäusern hin ausgerichtet. Große Fensterfronten, Oberlichter und die Verwendung von viel Holz lassen das Haus sehr großzügig und hell wirken. Dennoch würden die vorgesehenen Baukosten von 3,35 Millionen Euro nach den Worten von Dietrich "einigermaßen eingehalten".

Von Peter W. Ragge

© Mannheimer Morgen, Freitag, 10.03.2017

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